Der Leuchtturm von Jean-Pierre Abraham

Empfehlung von Margret Engst

„Kommissar Dupin Leser und Bretagne-Urlauber kennen ihn: den Leuchtturm Ar-Men, auf Bretonisch „der Felsen“. Und genauso sieht er auch aus. Auf einem Felsen aus dem Meer gewachsen, umtost vom Atlantik. Drumherum nur das Meer. Der Leuchtturm wurde erst 1988 elektrifiziert und 1990 automatisiert. Bis dahin gab es Leuchtturmwärter, die über das „Feuer“ wachten, und Jean-Pierre Abraham war einer von ihnen. Von 1961 bis 1963 ist der Autor auf dem Leuchtturm im Dienst, d. h. drei Wochen Schicht und zehn Tage Pause an Land. Und seine Eindrücke, Gefühle und Erlebnisse schildert er tagebuchartig in diesem Buch. Für Kolven, Kommissar Dupins Assistentin, sind Leuchtturmwärter Helden, und die Leuchtturmwärter von Ar-Men im Besonderen. Körperlich ist die Arbeit nicht anstrengend, aber mental muss man es schaffen. Nicht umsonst heißt Ar-Men unter den Leuchtturmwärtern „die Hölle der Höllen“. Abraham war nur kurz dort, aber er schildert eindrucksvoll das Leben im Leuchtturm, die schönen und die dunklen Tage, Stürme, Wind, Wellen, aber auch Sonne, Licht und weite Sicht.“

Vom Buchrücken: „Die raue See ließe sich gut zeichnen, ist präzise wie Blattwerk. Sie bietet nun all ihren Pomp auf, rollt an, zerbirst am Unterbau und formt um den Leuchtturm ein weites Gischtgestade, dessen Gleißen kein Blick standhält. Gewaltige Schimmer gleiten über die Plattform, durchlöchern das Halbdunkel der Küche, lassen friedliche Objekte aufblitzen. In der endlosen Stille zwischen den Wellen höre ich meinen zu raschen Atem. Ich warte.“

ISBN: 978-3-99027-401-9

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