Der letzte Akt. Rasputin und das Ende des Russischen Reiches von Antony Beevor

Empfehlung von Anna Zehetmeier

„Kaum eine historische Figur ist so von Legenden und Mythen umgeben wie Grigori Rasputin. In „Der letzte Akt“ geht Antony Beevor der Frage nach, was historisch belegbar ist, wie groß Rasputins Einfluss auf Zar Nikolaus II. und Zarin Alexandra tatsächlich war – und was durch Gerüchte und gezielte Falschinformationen entstand. Besonders eindrücklich fand ich das Kapitel über das Attentat auf Rasputin. Beim Lesen denkt man unwillkürlich: Eigentlich ist doch alles wie heute. Meldungen werden weitergetragen, ausgeschmückt und so oft wiederholt, bis die erfundene Geschichte wirkungsmächtiger wird als die Wahrheit. Nur brauchte es damals keine sozialen Medien dafür. Beevor entzaubert Seite für Seite den Mythos Rasputin, ohne dass dessen Lebensgeschichte dadurch weniger faszinierend wird. „Der letzte Akt“ ist deshalb nicht nur ein spannendes Geschichtsbuch, sondern auch verblüffend aktuell: Die Möglichkeiten, Fake News zu verbreiten, haben sich verändert – der Mechanismus dahinter erstaunlich wenig. Hervorragend recherchiert, spannend zu lesen und erschreckend gegenwärtig.“

Vom Buchrücken: WIE EIN SIBIRISCHER BAUER DAS RUSSISCHE REICH ZU FALL BRACHTE. Er war ein überzeugter Monarchist, kein Revolutionär, er bekleidete kein offizielles Amt und hatte keine Truppen unter sich – und doch trug er mehr zum Sturz der Romanow-Dynastie bei als jede andere Person: Grigori Rasputin. Antony Beevor, weltweit anerkannter Historiker und Bestsellerautor, widmet sich mit ihm einer der rätselhaftesten Figuren der Geschichte. Er deckt auf, wie der Einfluss dieses sibirischen Wanderpredigers am Hof von Zar Nikolaus II. und der Zarin Alexandra die russische Monarchie von innen aushöhlte und wie Gerüchte und Fake News mächtiger wurden als die Realität und so den Boden für die Russische Revolution bereiteten: erschreckende Parallelen zur heutigen Zeit, in der Desinformation und Verschwörungsmythen wieder als politische Waffe dienen und politische Systeme destabilisieren können.

ISBN: 978-3-15-011591-6

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