Black Forest von Wolf Schorlau

Empfehlung von Margret Engst

„Wolfgang Schorlau greift wieder sehr aktuelle Themen auf: Klimawandel, Energiewende, Rückkehr der Wölfe, Macht der großen Energiekonzerne und Korruption, Demenz und pflege Angehöriger, Kindheitstraumata. Diese unterschiedlichen Themen hat Wolfgang Schorlau zu einem sehr spannenden Krimi verarbeitet. Interessanterweise erzählt Schorlau nicht nur aus Kommissar Denglers Perspektive, sondern lässt auch andere Personen zu Wort kommen. Das macht die Geschichte noch rätselhafter und sehr spannend. Auch das Hörbuch ist von Frank Arnold sehr gut eingelesen.“

Vom Buchrücken: Georg Dengler ist in den Schwarzwald, in das Dorf seiner Kindheit gekommen. Seine Mutter sieht nachts Gestalten auf dem Hof, und er macht sich Sorgen: Wird sie dement? Als er am Abend Schatten in der alten Werkstatt seines Vaters bemerkt, zweifelt er an seinem Verstand. Auf dem weg zu Karola Müllerschön, Denglers früherer Jugendliebe und inzwischen Heilpraktikerin seiner Mutter, wird auf die beiden ein Mordanschlag verübt. Gilt der Angriff ihm? Oder hat es mit ihrem wertlosen Grundstück auf dem Feldberg zu tun, auf dem ein Projektentwickler ein Windrad bauen will? Plötzlich sind Dengler, seine Mutter und sein Sohn Jakob mittendrin im Kampf um die Energiewende. Dengler erkennt, dass seine Mutter mächtige und gefährliche Feinde hat. Feinde, die auch vor Mord nicht zurückschrecken.

ISBN: 978-3-462-05139-1

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Der Untertan von Heinrich Mann

Empfohlen von Anna Zehetmeier

„„Der Untertan“ von Heinrich Mann ist ein zeitloser Roman, der die gesellschaftlichen und politischen Strukturen des Deutschen Kaiserreichs zu Beginn des 20. Jahrhunderts scharfsinnig und kritisch beleuchtet. Die Geschichte folgt Diederich Hessling, einem feigen und opportunistischen Charakter, der sich in einer von Autorität und Unterdrückung geprägten Welt bewegt. Mann gelingt es meisterhaft, Diederichs innere Konflikte und seine Entwicklung zu einem „Untertan“ zu schildern, der sich den Erwartungen der Gesellschaft unterwirft. Der Roman ist nicht nur eine Charakterstudie, sondern auch eine scharfe Gesellschaftskritik, die die Mechanismen von Macht, Unterdrückung und Konformität hinterfragt. Diederichs Streben nach sozialem Aufstieg und seine Bereitschaft, sich den herrschenden Normen zu beugen, spiegeln die Mentalität vieler Menschen wider, die in autoritären Systemen leben. Heute aktuell, wie lange nicht mehr.“

Zusatzinfo: „Diederich Heßling war ein weiches Kind.“ Mit diesen Worten beginnt Heinrich Mann seinen vorseherisch genialen, satirischen Bildungsroman „Der Untertan“. Heßling ist der Prototyp des brutalen Spießers, der es im Deutschen Reich weit bringt. Charakterschwach und ängstlich, unterwirft er sich bereitwillig den wilhelminischen Autoritäten und tyrannisiert die Mitmenschen, wenn es ihm Vorteile verschafft. Demokratie und Menschenwürde bedeuten ihm nichts, lieber schwärmt er in schwarz-weiß-roter Schärpe lustvoll für den Kaiser.

ISBN: 978-3-458-68134-2

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Unsere Buchempfehlungen im Februar 2025

Auch im Februar haben wir wieder einige wundervolle Bücher, die wir Ihnen ans Herz legen wollen! Einen spannenden Thriller, zwei Bücher, die aus dem Jahre 1945 berichten, ein Buch aus einer tollen Kinderbuchreihe, wunderbare Romane und natürlich auch wieder ein paar „besondere Bücher“, die man vielleicht erst auf den zweiten Blick sieht. Außerdem ist, wie im Januar angekündigt, ein Thomas Mann dabei – diesmal geht es um seine große Liebe – das Meer! Wie immer haben wir die Bücher für Sie in der Buchhandlung ausgestellt!

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Minus 22 Grad von Quentin Peck

Empfohlen von Ellen Netzer

„Ein sehr spannender Psychothriller über Macht, Geld und Einfluss und was sie aus den Menschen machen. Eine junge Frau wird entführt und muss herausfinden warum. Die Lösung liegt in ihrer Vergangenheit, aber selbst die Ermittler tappen lange im Dunkeln. Verschiedenen Erzählstränge verweben sich geschickt und halten die Spannung bis zum überraschenden Ende aufrecht. Sehr rätselhaft, aber nicht brutal.“

Vom Buchrücken: Ein Tag im Winter, kurz vor Mitternacht. Laura Gehler ist mit ihrem Trekkingrad im tief verschneiten Wald unterwegs. Wie aus dem Nichts taucht hinter ihr ein SUV auf. Der Fahrer drängt sie vom Weg ab und überwältigt sie. Stunden später erwacht sie in einem Käfig aus Plexiglas. Zwischen Laura und ihrem Entführer beginnt ein tödliches Spiel: Sie muss das Rätsel des Käfigs lösen – sonst wird sie sterben.Lauras Mutter bekommt zeitgleich eine unheimliche Botschaft: eine Barbiepuppe mit Sterbedatum. Kommissar Lukas Johannsen erkennt darin die Handschrift eines nie gefassten Mörders. Soll Laura sein nächstes Opfer werden? Lukas macht sich bereit, in der Winterkälte ein Phantom zu jagen…

ISBN: 978-3-7341-1262-1

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Für immer von Maja Lunde

Empfehlung von Renate Natterer

„Der neue Roman von Maja Lunde ist ein fesselnder und tiefgründiger Roman, der sich mit den Auswirkungen des Klimawandels und der Beziehung zwischen Mensch und Natur beschäftigt. Der Roman erzählt die Geschichte von vier verschiedenen Figuren, deren Leben miteinander, durch das gemeinsame Thema Bienen und deren dramatischen Rückgang, miteinander verbunden ist. Lunde schafft es, komplexe Themen auf eine sehr emotionale Weise zu vermitteln, was die Lektüre sowohl nachdenklich als auch mitreißend macht. Der Schreibstil ist poetisch und eindrucksvoll, was die ernsten Themen noch verstärkt. Die Erzählung regt dazu an, auch über die eigenen Handlungen im Hinblick auf den Umweltschutz nachzudenken. Alles in allem ist es ein tiefgreifender Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch auf wichtige ökologische Fragen hinweist.“

Der Klapptext: An einem gewöhnlichen Tag Anfang Juni stoppt die Zeit. Niemand stirbt mehr, niemand wird mehr geboren. Die neue Ewigkeit verändert das Lebensgefühl der Menschen: Die Rentnerin Margo will das Leben feiern und auf Reisen gehen – doch ihr Ehemann sieht die allgemeine Euphorie sehr kritisch. Die Fotografin Jenny nutzt die geschenkte Zeit, um sie mit ihrer Familie im Sommerhaus zu verbringen. Trotzdem plagt sie das Gefühl, etwas Wichtiges zu verpassen. Und die Krankenschwester Eva erlebt die Sorge der Schwangeren, die nicht wissen, wann ihre Babys zur Welt kommen. Überall rätselt man, warum die Menschen aus dem Lauf der Zeit herausgefallen sind. Denn in der Natur geht der Kreislauf von Werden und Vergehen unvermindert weiter. Was hat das zu bedeuten?

ISBN: 978-3-442-76278-1 

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Das Wetter lesen von Captain Elliot Rappaport

Empfehlung von Margret Engst

„Elliot Rappaport ist Kapitän, Wissenschaftler und Ausbilder. Ausgehend von seinen Erlebnissen auf See erklärt er packend und anschaulich Wetterphänomene wie Gewitter, Sturm, Eisbildung und bringt uns die Großnavigation oder die Funktionsweise des Radars nahe. Er schlägt den Bogen zu größeren Zusammenhängen wie der Klimaentwicklung und versteht es, persönliche Erfahrungen mit Wissenschaft zu verbinden. Und nebenbei ist es ein großartiges Abenteuerbuch. Ich habe es mit Begeisterung gelesen.“

Der Buchrücken verrät folgendes: Nach 30-jähriger Erfahrung als Kapitän von Segelschiffen teilt Elliot Rappaport mit uns sein Wissen über das Wetter: über Tornados, Eisbildung, El Nino und zahlreiche andere Phänomene, die nicht nur auf See, sondern zunehmend auch für unseren Alltag von Bedeutung sind.

ISBN: 978-3-86648-677-5 

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1945 von Volker Heise

Empfohlen von Anna Zehetmeier

„Das Buch ist eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Jahr 1945, das als Wendepunkt in der Geschichte Deutschlands und der Welt gilt. Heise gelingt es, die historischen Ereignisse auf eine eindrucksvolle Weise lebendig zu machen und dabei auch persönliche Perspektiven der Menschen, die diese Zeit erlebten, zu beleuchten. Was dieses Buch besonders macht, ist die präzise Recherche und die Art und Weise, wie der Autor komplexe historische Zusammenhänge aufgreift und sie auf eine menschliche Ebene herunterbricht. Tagebucheinträge, Erinnerungen, Briefe, Archivmaterial – von Personen mit den unterschiedlichsten Hintergründen lassen einen durch das Jahr reisen und in die persönlichen Schicksale einblicken. Mal ist es ein „kurzes Kennenlernen“, mal begleitet man einen Menschen durch das gesamte Jahr. Ein Werk das die Geschichte, 80 Jahre nach Kriegsende, greifbar macht.“

Vom Buchrücken: „Deutschland ist Geschichte. Die Straßen und Gleisanlagen, die Telefondrähte und Postdienste sind unterbrochen. Hier und da glimmt Licht in Wohnungen und Häusern, fließt Gas durch die Leitungen, funktioniert die Straßenbahn für ein paar Stationen, werden Züge über Nebenstrecken geleitet. Es gibt den Alltag, es gibt die Nachbarn und die Netzwerke, doch was ein paar Kilometer weiter passiert, liegt hinter Nebelschwaden. Wo das Zentrum war, befindet sich ein Vakuum.“ Das Jahr 1945, Katastrophe und Neuanfang. Volker Heises großes Panorama, das unterschiedlichste Stimmen, Geschichten und Schicksale zu einer großen Erzählung verdichtet. Das Porträt eines Jahres, wie wir es noch nie gesehen haben.

ISBN: 978-3-7371-0201-8

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Brief an mein Kind von Ada d’Adamo

Empfehlung von Katharina von Glasenapp

„Diese Geschichte beginnt und endet mit einem Wortspiel über den Namen der Tochter: „Du bist Daria. Und du bist d’aria (dt. „aus Luft“): Ein Apostroph verwandelt dich in einen leichten, zarten Stoff, einen Lufthauch“. Bereits von diesem ersten Satz des schmalen Bändchens wird man hineingezogen in die Geschichte der Autorin und die so besondere Beziehung zu ihrem Kind. Ada d’Adamo war Balletttänzerin und Sachbuchautorin. Als ihre einzige Tochter 2005 mit einer schweren körperlichen und geistigen Behinderung zur Welt kam, krempelte das ihr Leben um. Als sie selbst Jahre später an Krebs erkrankt, beginnt sie, die Geschichte Darias in einem Brief aufzuschreiben. Das von Karin Krieger feinfühlig übersetzte Büchlein erzählt von den Höhen und Tiefen und der so besonderen Kommunikation zwischen Mutter und Tochter: berührend, liebevoll, verzweifelt, hilflos. Ada d’Adamo starb am 1. April 2023, zwei Tage nachdem sie erfahren hatte, dass ihr Buch für den Premio Strega, den bedeutendsten italienischen Literaturpreis, nominiert worden war. Er wurde ihr posthum zugesprochen.“

Weitere Stimmen zum Buch: »Ein wunderschöner Dialog zwischen Mutter und Tochter. Aber ebenso eine Geschichte für alle Menschen – und ein Geschenk. Man sagt Danke und lächelt.« LA REPUBBLICA, „Ein magisches Buch… die gigantische Geschichte einer Liebe, die niemals aufrechnet. Unvergesslich.“ LA STAMPA und „Eine Liebesgeschichte, so strahlend und unfair wie jede Liebesgeschichte, nur noch viel mehr. Lesen, lesen, lesen.“ Chiara Gamberale

ISBN: 978-3-96161-199-7

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Fräulein Gold – Nacht über der Havel von Anne Stern

Empfehlung von Barbara Stampfel

„Die Bücher der Fräulein Gold Reihe von Anne Stern habe ich alle sehr gerne gelesen, da die Autorin es immer wieder schafft, mich mit ihren Geschichten zu fesseln. Deshalb habe ich mich sehr auf den 7. Band, „Nacht über der Havel“, gefreut. Wieder tauchen wir ein in das historische Berlin, diesmal in das Jahr 1930. Während in Berlin die Menschen mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise kämpfen, genießt die Hebamme Hulda ihr Glück mit ihrer Tochter Meta und mit Max. Als sie einer Schwangeren helfen will, stößt sie auf einen mysteriösen Todesfall und wird darin verwickelt…“

Vom Buchrücken: Berlin, 1930: In der Stadt brodelt es gewaltig. Wirtschaftskrise und politische Instabilität rufen immer radikalere Kräfte auf den Plan. Auch Hulda spürt, dass die vermeintlich goldenen Jahre vorbei sind. Umso engagierter kümmert sie sich als Hebamme um die Belange der Frauen und Mütter. Als sie einer Schwangeren helfen will, stößt sie auf einen mysteriösen Todesfall im Dunstkreis der Familie: Die jüngere Schwester Jutta ist Teil einer Jugendgruppe, die sich nachts an der Havel trifft. Die Jugendlichen singen und feiern zusammen. Doch dann wird am Ufer ein Student tot aufgefunden. Er war der Anführer von Juttas Gruppe – und ihr heimlicher Schwarm. Aber war sein Tod wirklich ein Unfall bei einem nächtlichen Abenteuer? Bald ahnt Hulda, dass die Zusammenhänge größer sind als angenommen. Eine Jugend ohne Zukunft sucht in unruhigen Zeiten verzweifelt nach Halt. Und ist bereit, einen hohen Preis dafür zu zahlen…

ISBN: 978-3-499-01340-9

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James von Percival Everett

Empfehlung von Ingrid Kapahnke

„Die Geschichte von Huckleberry Finn neu aufleben zu lassen, jedoch aus der Sicht des Sklaven James ist Percival Everett auf eine starke, aber auch  berührende Art gelungen. James musste schon immer die Rolle des dummen und unterwürfigen Sklaven spielen, um sich und seine Familie zu schützen. Diese Tarnung gelingt ihm mit viel Wortwitz und Schläue, bis zu dem Tag, als er verkauft und von seiner Familie getrennt werden soll. Ihm bleibt nur die Flucht in den Norden, begleitet vom Jungen Huckleberry Finn, der, der Gewalt des Vaters zu entkommen versucht. Es ist ein anschaulicher, lebendiger Roman, der mich in die Zeit der Sklaverei und Bürgerkrieges  hineinzieht, um mich anschließend fassungslos bei all der menschlichen Niedertracht zurück lässt. Trotz aller Widrigkeiten kämpft James für ein selbstbestimmtes Leben für sich und seine Familie. Er wird kein Opfer mehr sein!“

Weitere Stimmen zum Buch: „Es ist ein Sprachfeuerwerk und ein überaus kluges Buch. So geht Weltliteratur.“ Denis Scheck, WDR; „Eine fesselnde Antwort auf Mark Twains Klassiker ‚Huckleberry Finn’… Eine literarische Sensation.“ Jury Booker Prize zur Longlist-Nominierung; „Witziger und dabei böser ist die amerikanische Gegenwartsliteratur lange nicht gewesen. Womöglich nicht mehr seit Mark Twain.“ Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung; „Eine literarische Auseinandersetzung mit dem Rassismus, wie es sie noch nicht gab.“ Martin Ebel, Tages-Anzeiger und „Man kann sich vorstellen, dass diese Story alles bereithält, was ein furioser Abenteuerroman braucht: Spannung und Wendungsreichtum, Cleverness und Gefühl, mithin einen eingängigen und dadurch packenden Stil. Doch zur Brillanz des Textes trägt darüber hinaus seine analytische Intelligenz bei.“ Björn Hayer, Der Freitag

ISBN: 978-3-446-27948-3

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