Empfohlen von Anna Zehetmeier
„„Oberammergau“ von Robert Löhr war für mich ein absolutes Muss. Die Geschichte spielt zur Zeit der Pest, als das Dorf Oberammergau schwört, die Passion Christi aufzuführen, wenn es von der Seuche verschont bleibt – doch der Weg dorthin ist alles andere als friedlich. Besonders beeindruckend ist die dichte, oft düstere Atmosphäre. Hinter dem religiösen Versprechen verbergen sich Konflikte, Machtkämpfe und viele persönliche Abgründe. Die Figuren sind vielschichtig gezeichnet, und immer wieder verschiebt sich die eigene Sicht auf sie – niemand ist nur gut oder nur böse. Dabei schreckt der Roman auch vor drastischen Ereignissen nicht zurück: Intrigen, Gewalt und Geheimnisse prägen die Handlung und sorgen dafür, dass die Geschichte durchgehend spannend bleibt. Gleichzeitig blitzt immer wieder ein feiner, trockener Humor auf, der dem Ganzen eine besondere Note gibt. Spannend ist auch, dass es nicht um eine möglichst genaue historische Darstellung geht, sondern darum, was alles hätte passieren können. Gerade diese erzählerische Freiheit macht den Roman so fesselnd und lebendig.“
Vom Buchrücken: EIN DORF RINGT UM ERLÖSUNG 1633: Die Pest bricht aus in Oberammergau und droht, das ganze Dorf auszulöschen. Daraufhin geloben die Einwohner, von jetzt bis in alle Ewigkeit die Passion Christi zu spielen, wenn Gott sie verschont. Dem unerfahrenen Pfarrer Johannes fällt es zu, das Schauspiel auf die Beine zu stellen. Unter widrigsten Umständen muss er Bauern und Hirten in Apostel und Römer verwandeln – und hat zudem eine mächtige Gegnerin: Die Ortsvorsteherin Agnes hat beide Kinder an die Seuche verloren, hasst Gott und setzt alles daran, das Vorhaben zu vereiteln. Bald spaltet sich das Dorf in Anhänger und Feinde der Passion. Und Johannes muss Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um Agnes, die Pest und seine eigenen Zweifel zu besiegen…
ISBN: 978-3-492-07408-7

