Empfehlung von Renate Natterer
„Ewald Arenz schafft es immer wieder, mich mit seinen Geschichten zu berühren – und auch „Fünf Sechs Sieben Acht“ bildet da keine Ausnahme. Im Mittelpunkt steht Anton, ein 60-jähriger Stepptänzer und Choreograf, der plötzlich erkennen muss, dass Erfahrung allein nicht mehr ausreicht. Ausgerechnet seine Tochter Emma übernimmt seinen Platz am Theater. Ein schmerzhafter Einschnitt, der ihn nicht nur mit dem Älterwerden, sondern auch mit den Entscheidungen seines bisherigen Lebens konfrontiert. Zu Beginn fiel es mir allerdings nicht leicht, Anton zu mögen. Sein Selbstmitleid und seine Ich-Bezogenheit waren mitunter anstrengend. Doch genau darin liegt die Stärke des Romans: Anton entwickelt sich. Die Reise nach Irland auf den Spuren seiner großen, einst spurlos verschwundenen Liebe Jo wird gleichzeitig zu einer Reise zu sich selbst und bringt auch ihn und Emma wieder näher zusammen. Ewald Arenz schreibt mit einer wunderbaren Leichtigkeit und einem feinen Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen. Seine Sprache ist ruhig, warmherzig und voller kluger Gedanken über das Älterwerden, das Loslassen und die Frage, ob man ein anderes Leben vielleicht nur idealisiert. „Fünf Sechs Sieben Acht“ ist ein lebenskluges, einfühlsames Buch, das zeigt, dass es nie zu spät ist, Frieden mit der Vergangenheit zu schließen und den Takt des eigenen Lebens neu zu finden. Eine schöne Lektüre mit viel Herz und leisen Zwischentönen.“
Zum Autor: EWALD ARENZ, 1965 in Nürnberg geboren, hat englische und amerikanische Literatur und Geschichte studiert. Er arbeitet als Lehrer an einem Gymnasium in Nürnberg. Seine Romane und Theaterstücke sind mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Mit ‚Alte Sorten‘ (DuMont 2019) stand er auf der Liste »Lieblingsbuch der Unabhängigen« 2019, und ‚Der große Sommer‘ (DuMont 2021) erhielt 2021 ebenjene Auszeichnung. Zuletzt erschienen ‚Zwei Leben‘ (DuMont 2024) und ‚Katzentage‘ (DuMont 2025).
ISBN: 978-3-7558-0057-6

