Johannifeuer von Susanne Betz

Empfehlung von Renate Natterer

„“Johannifeuer“ ist die eindrucksvolle Fortsetzung von „Heumahd“ der promovierten Historikerin Susanne Betz. Mit viel Feingefühl und historischem Wissen erzählt sie eine authentische „Heimatgeschichte“, die das harte und entbehrungsreiche Leben der Bauern Ende des 19. Jahrhunderts lebendig werden lässt. Dabei verbindet der Roman familiäre Schicksale, gesellschaftliche Veränderungen und historische Entwicklungen auf berührende Weise.Im Mittelpunkt steht Vroni, die inzwischen ihren zweiten Mann geheiratet hat – den Sohn des reichsten Bauern im Ort. Trotz des Wohlstands bleibt ihr Leben geprägt von harter Arbeit, Verantwortung und den Erwartungen der damaligen Zeit. Mit ihrer Schwiegermutter verbindet sie ein enges und vertrauensvolles Verhältnis, und gemeinsam reisen die beiden nach München. Dort trennen sich ihre Wege für einige Zeit. Während die Schwiegermutter neugierig die technischen Neuerungen der Zeit bestaunt und das erste Automobil von Benz bewundert, macht Vroni eine Begegnung, die vieles in ihrem Leben verändert und lange verdrängte Wünsche und Sehnsüchte wieder wachruft. „Johannifeuer“ ist ein atmosphärischer und eindringlicher Roman über Heimat, Verlust, Liebe und den Wandel einer ganzen Epoche. Besonders die glaubwürdigen Figuren und die detailreiche Schilderung des bäuerlichen Lebens machen das Buch zu einer lesenswerten historischen Familiengeschichte.“

Vom Buchrücken: WENN MAN AUF DEM GEISSSCHÄDEL LEBTE, HATTE MAN DEN BERG ALS LEBENSBEGLEITER. Bayern schaukelt in der Prinzregentenzeit Ende des 19. Jahrhunderts zwischen Beschaulichkeit und Fortschrittsoptimismus. Sommerfrischler entdecken das ärmliche Werdenfelser Land und finden es romantisch. Die junge Bergbäuerin Vroni Grasegger hingegen ist völlig unsentimental. Die Jahre mit ihrem ersten Mann haben sie hart gemacht. Dass ihr zweiter Mann Anton Käfer beobachtet, tut sie als Zeitverschwendung ab. Sie selbst schuftet bis zum Umfallen. Der Berg ist ihr stummer Zeuge. Als ihre exzentrische Schwiegermutter sie zur ersten Zugfahrt ihres Lebens einlädt, kommt es in der teils lärmigen, teils mondänen Residenzstadt München zu einer folgenschweren Begegnung. Nach ihrer Rückkehr ragt das Karwendelmassiv unverändert schroff in den Himmel, aber Vronis Blick ist ein anderer. Und als in der Johanninacht die Feuer brennen, erfährt Vroni ein Wunder – doch dafür zahlt sie einen hohen Preis.

ISBN: 978-3-570-10538-2

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