Nein sagen von Matthias Brandt

Empfohlen von Anna Zehetmeier

„Ich habe „Nein sagen“ von Matthias Brandt gelesen und fand das Buch sehr eindringlich und wichtig. Es basiert auf einer Rede, die er zum Gedenktag des 20. Juli 1944 gehalten hat – und genau das merkt man dem Text auch an: Er ist persönlich, nachdenklich und gleichzeitig sehr klar in seiner Aussage. Am Anfang schreibt Matthias Brandt, dass er sich eigentlich gar nicht berufen gefühlt hat, eine solche Rede zu halten. Doch dann setzt er sich intensiv mit dem Thema Widerstand auseinander und macht deutlich, dass es ganz unterschiedliche Formen davon gibt. Besonders berührend fand ich die Passagen über seine Eltern, vor allem über seinen Vater Willy Brandt und seine Mutter, die beide im Widerstand aktiv waren und dafür große Risiken auf sich genommen haben. Gleichzeitig weitet er den Blick und erinnert auch an die vielen weniger bekannten Menschen, die sich gegen das NS-Regime gestellt haben und dafür oft mit ihrem Leben bezahlen mussten. Das Buch bleibt aber nicht nur in der Vergangenheit, sondern zieht eine klare Verbindung zur Gegenwart: Es zeigt, dass es auch heute wichtig ist, Haltung zu zeigen und für die eigenen Überzeugungen einzustehen – egal ob laut oder leise. Für mich ist „Nein sagen“ ein sehr starkes Buch, das zum Nachdenken anregt und deutlich macht, wie wichtig Zivilcourage damals wie heute ist.“

Vom Buchrücken: ÜBER DEN MUT, NEIN ZU SAGEN Matthias Brandt hielt 2025 eine denkwürdige Rede zur Erinnerung an die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 in der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee – dem Ort, an dem viele der Beteiligten an dem Attentat gegen Adolf Hitler ermordet wurden. Als Sohn des Emigranten Willy Brandt und seiner Frau Rut nahm Matthias Brandt die Rede zum Anlass, über den Mut der Verschwörer des 20. Juli und vieler anderer Widerstandskämpfer, zu denen auch die eigenen Eltern gehörten, nachzudenken. Den Ausschlag, sich mit diesem auf seiner Rede basierenden Buch politisch zu äußern, gaben für Matthias Brandt die bedrohliche Wiederkehr des Rechtsextremismus und die Wahlerfolge der AfD. „Dieses kleine Buch erzählt von einer Rede, die ich erst nicht halten wollte. Weil ich nicht wusste, ob ich das kann. Und ob ich das darf. Es erzählt von Zweifeln und von der Frage, wie man überhaupt von den Menschen spricht, die Widerstand leisteten.“ – Matthias Brandt

ISBN: 978-3-462-01627-7

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