Wiederentdeckt von Renate Natterer
„Es gibt Bücher, die liest man – und es gibt Bücher, die bleiben. Für einen Demenzvortrag im Seniorenheim im Rahmen der Demenzwoche im Oktober habe ich dieses Buch wiederentdeckt – und war erneut tief berührt. Arno Geiger erzählt von seinem Vater August und dessen fortschreitender Alzheimererkrankung. Vertraute Menschen, Orte und alltägliche Dinge werden ihm zunehmend fremd. Geiger beschreibt offen die anfängliche Hilflosigkeit der Familie, doch nach und nach verändert sich sein Blick: Statt den Vater immer wieder in die gemeinsame Wirklichkeit zurückzuholen, beginnt er, sich auf dessen Welt einzulassen. Gerade die Gespräche zwischen Vater und Sohn machen dieses Buch so besonders. Inmitten des Vergessens entstehen erstaunlich klare, kluge und manchmal wunderbar komische Momente. Gleichzeitig erzählt Geiger vom früheren Leben seines Vaters und zeichnet so das Bild eines ganzen Lebens. Er schreibt weder rührselig noch beschönigend und reduziert seinen Vater niemals auf seine Erkrankung. „Der alte König in seinem Exil“ ist ein stilles, warmherziges und sehr menschliches Buch über das Vergessen, über Würde, Familie und die Liebe zwischen Vater und Sohn. Ein Buch, das mich auch beim Wiederlesen sehr berührt hat.“
Vom Buchrücken: Was im Leben wirklich wichtig ist. Arno Geiger trifft seinen Vater, dem die Erinnerungen langsam abhandenkommen, bis die Orientierung in der Gegenwart sich auflöst. Offen und liebevoll beginnt Arno Geiger, seinen Vater von Neuem kennenzulernen, und geht mit ihm durch die Landschaft, in der sie beide ihre Kindheit verbracht haben, hört auf seine wunderbar poetischen Sätze. Ein lichtes, lebendiges, oft auch komisches Buch über ein Leben, das immer noch zutiefst wert ist, gelebt zu werden.
ISBN: 978-3-423-14154-3

