Wildboden von Constantin Lieb

Empfehlung von Anna Zehetmeier

„Ernst Ludwig Kirchner hat sich gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Erna Schilling in die Schweizer Berge zurückgezogen. Im abgelegenen Wildbodenhaus bei Davos kämpft der berühmte Künstler mit seiner Morphiumsucht, seiner angeschlagenen Gesundheit, Depressionen und zunehmenden Ängsten. Gleichzeitig werden in Deutschland die Nationalsozialisten immer mächtiger und Kirchners Werke als „entartete Kunst“ diffamiert. Constantin Lieb konzentriert sich in seinem Roman auf die letzten Lebensmonate Kirchners – und erzählt diese vor allem aus der Perspektive der Frau an seiner Seite. Erna liebt Kirchner, kümmert sich um ihn, organisiert sein Leben und hält ihm den Rücken frei. Seit Jahren hofft sie darauf, dass er sein Versprechen einlöst und sie endlich heiratet. Doch statt Dankbarkeit und Wertschätzung erlebt sie immer wieder seine herablassende Art, seine Stimmungsschwankungen und die Auswirkungen seiner Sucht. Constantin Lieb stützt sich auf zahlreiche historische Dokumente und verbindet die belegten Ereignisse mit Fiktion. Dadurch entsteht ein intensiver Blick auf den berühmten Künstler, aber vor allem auf die Frau, die so lange in seinem Schatten stand. Ein anspruchsvoller und lesenswerter Roman, besonders für kunst- und zeitgeschichtlich interessierte Leser.“

Vom Buchrücken: VOM MENSCHSEIN IN DUNKLEN ZEITEN UND VON EINER AUSSERGEWÖHNLICHEN LIEBE. 1936, Frauenkirch, inmitten der Schweizer Alpen, unweit von Davos: Umgeben von majestätischen Bergen und wortkargen Bauern führen Erna Schilling und der Maler Ernst Ludwig Kirchner ein Leben in enger Verbundenheit. Dass die politische Situation in Deutschland immer dunklere Schatten wirft und ihre Existenz auf dem Wildboden zu zerstören droht, wird vor allem für Erna zur fast unerträglichen Zerreißprobe. Mit aller Macht versucht sie, sich gegen die äußere Gefahr und die inneren Dämonen ihres Partners zu stemmen und gleichzeitig den Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu finden. Vergangenheit und Gegenwart auf einzigartige Weise verwebend, erzählt Constantin Lieb so eindringlich wie hellsichtig, wie aus einem schmerzlichen Verlust beeindruckende menschliche Stärke erwachsen kann und wie die lebenslange Sehnsucht nach Halt unser Menschsein zu allen Zeiten zutiefst berührt.

ISBN: 978-3-458-64627-3

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