Und Hedi springt von Tom Saller

Empfehlung von Renate Natterer

„Dieses Buch erzählt eine große Lebensgeschichte vor dem Hintergrund einer schweren Zeit. Im Hungerwinter 1946/47 begegnet die junge, hochschwangere Flüchtlingsfrau Hedi dem Unternehmer Alfons Müller-Wipperfürth, einer schillernden Figur der deutschen Nachkriegsjahre. Für ihn drehen sich die Tage um Stoffe, Schnittmuster und Nähmaschinen – für Hedi beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Sie wird seine persönliche Assistentin, und man begleitet sie durch eine Zeit des Aufstiegs und des Scheiterns menschlicher Hoffnungen. Besonders berührend ist Hedis Weg als alleinerziehende Mutter. Sie muss Vorurteile, Misstrauen und die Härte der Nachkriegsjahre ertragen, gibt jedoch nie auf. Ihre Sehnsucht nach Nähe, Freundschaft und Liebe zieht sich wie ein leiser roter Faden durch das Buch. Als der Vater ihres Kindes plötzlich wieder auftaucht, wird ihr Leben erneut auf eine harte Probe gestellt. Tom Saller erzählt diese Geschichte ruhig und eindringlich. Er verbindet persönliche Schicksale mit deutscher Zeitgeschichte und zeigt, wie eng wirtschaftlicher Wiederaufbau und menschliche Verletzlichkeit miteinander verwoben sind. „Und Hedi springt“ ist für mich ein Roman über Durchhalten, Würde und die Kraft von Frauen, die sich ihren Platz in der Welt erkämpfen – und zugleich ein Buch über die Wiederauferstehung eines Landes. Ein bewegender Roman, der lange nachklingt und Leserinnen und Leser anspricht, die sich für Lebensgeschichten, Zeitgeschichte und starke Frauenfiguren interessieren.“

Vom Buchrücken: Es ist die Heimat in uns, die trägt. Im Hungerwinter 1946/47 begegnet Hedi, hochschwanger und junge Flüchtlingsfrau aus Pommern, Alfons Müller-Wipperfürth, einer der schillerndsten Gestalten im Deutschland der Nachkriegszeit. Die Welt des zukünftigen Hosenkönigs sind Stoffe, Schnittmuster und Nähmaschinen. Hedi avanciert zu Müllers persönlicher Assistentin, und eine Geschichte von Aufstieg und Fall in der noch jungen Bundesrepublik nimmt ihren Lauf. Als alleinerziehende Mutter kämpft Hedi gegen Vorurteile und Misstrauen. Aber ihre beharrliche Suche nach Freundschaft und Liebe wird belohnt – bis vollkommen unerwartet der Vater ihres Kindes vor der Tür steht. Es ist eine Geschichte des Nichtaufgebens und einer Wiederauferstehung. Persönlich, wirtschaftlich und letztlich die eines ganzen Landes und seiner Menschen.

ISBN: 978-3-471-36076-7 

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Was ich von ihr weiß von Jean-Baptiste Andrea

Empfehlung von Anna Zehetmeier

„„Was ich von ihr weiß“ ist ein großer, bewegender Roman über Freundschaft, Liebe, Kunst und Freiheit. Jean-Baptiste Andrea erzählt die Geschichte von Mimo, einem kleinen, begabten Bildhauer aus ärmlichen Verhältnissen, und von Viola, einer jungen Frau aus adligem Haus, die sich nicht mit den engen Grenzen ihrer Zeit abfinden will. Von ihrer ersten Begegnung an sind ihre Leben miteinander verbunden – manchmal nah, manchmal schmerzhaft getrennt, aber immer geprägt von gegenseitiger Achtung und tiefer Verbundenheit. Vor dem Hintergrund der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entfaltet sich ein eindrucksvolles Panorama: der Aufstieg des Faschismus, die Weltkriege, gesellschaftliche Umbrüche. Doch trotz dieses historischen Rahmens bleibt der Roman ganz bei seinen Figuren. Mimos künstlerischer Erfolg steht im Kontrast zu Violas unermüdlichem Kampf um Selbstbestimmung. Beide zahlen einen Preis für ihre Entscheidungen – und genau darin liegt die große emotionale Kraft dieses Buches. Jean-Baptiste Andrea schreibt warmherzig, klar und mit großer erzählerischer Eleganz. Seine Figuren sind lebendig, widersprüchlich und zutiefst menschlich. Dass dieser Roman 2023 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde und zum Lieblingsbuch der französischen Buchhändler gewählt wurde, überrascht nicht. „Was ich von ihr weiß“ ist ein intensives, kluges und berührendes Buch, das lange nachklingt.“

Vom Buchrücken: Im großen Spiel des Schicksals hat Mimo – Michelangelo Vitaliani – die falschen Karten gezogen. In Armut geboren, wird er als kleiner Junge zu seinem Onkel nach Italien gegeben, um das Handwerk eines Bildhauers zu erlernen. Dort, in dem kleinen ligurischen Dorf Pietra d’Alba, begegnet er Viola, Tochter aus gutem Hause und jüngstes Kind der Orsinis, einer angesehenen Adelsfamilie. Viola scheint vom Glück begünstigt zu sein, doch sie ist eine junge Frau, die nicht in die Zeit passt. Sie will »fliegen« – auf eigenen Beinen stehen, aus dem engen gesellschaftlichen Korsett ausbrechen, das für eine Frau ihres Standes nur die Ehe vorsieht. Von ihrer ersten Begegnung an durchleben Viola und Mimo Seite an Seite die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, den Aufstieg des Faschismus und die Unruhen der Weltkriege. Er, der ungewöhnlich kleine Bildhauer, wird ein von der Elite gefeierter Künstler; sie versucht unermüdlich, ihre Träume als emanzipierte Frau zu verfolgen. Beide werden sich immer wieder verlieren und finden, als Verbündete oder Gegner, ohne ihre Freundschaft jemals aufzugeben. Aber was nützt Mimo aller Ruhm, wenn er Viola am Ende ziehen lassen muss?

ISBN: 978-3-630-87800-3

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Grand Express von Paula Nicolai

Empfehlung von Barbara Stampfel

„Das Buch beschreibt die zweitägige Reise vom Anhalter Bahnhof Berlin nach Nizza. Eine Schicksalsreise für die Schlafwagenpassagiere und die Angestellten. Der Waggonchef hat es mit Diebstahl, Überfall, versuchtem Selbstmord, geheimen Liebschaften, Verhaftung, Kündigung und Neuanstellung zu tun. Der Titel und die Buchrückseite haben mich angesprochen. Ein schönes Buch, man kann sich in das Zugabteil und den Speisewagen hineinversetzen.“

Vom Buchrücken: 1925. Der Anhalter Bahnhof ist eines der prächtigsten und verheißungsvollsten Gebäude Berlins. Täglich verreisen von hier Tausende in alle Welt: Menschen auf der Suche nach einer neuen Heimat, Menschen auf der Suche nach dem großen Glück. So auch die Passagiere, die an diesem Abend den Grand Express besteigen: ein falscher Baron, ein Industrieller auf der Flucht, eine Haushälterin mit Fernweh, ein heldenhafter Kondukteur, ein heimliches Liebespaar und ein Dieb. Für sie alle wird die Reise zu einer Schicksalsfahrt, an deren Ende nichts mehr sein wird wie zuvor.

ISBN: 978-3-423-22135-1

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CLUE 1. Schiffbruch vor der Felseninsel von Jørn Lier Horst

Empfehlung von Constanze

„Ich fand das Buch richtig spannend. Es geht um Cecilia und ihre Freunde, die in einem Hotel am Meer leben, und plötzlich finden sie einen Toten mit einem geheimnisvollen Salamander-Tattoo. Ab da wird es richtig aufregend, weil sie selbst anfangen zu ermitteln. Mir hat gefallen, dass die Kinder mutig sind und zusammenhalten und dass man immer weiterlesen will, weil man wissen möchte, was hinter dem Geheimnis steckt. Es gibt spannende Stellen, aber es ist nicht zu gruselig. Außerdem mag ich den Ort am Meer sehr, weil man sich alles gut vorstellen kann. Ich würde das Buch allen empfehlen, die Detektivgeschichten mögen und gerne rätseln. Ich fand es richtig toll und würde gern noch mehr Bücher mit Cecilia lesen.“

Vom Buchrücken: Das Salamandergeheimnis. Cecilia lebt in der „Perle“, einem von ihrem Vater geführten Hotel in einem kleinen norwegischen Küstenort. Als sie und ihre Freunde Leo, Une und Hund Egon am Strand einen Toten mit einem geheimnisvollen Salamander-Tattoo auf dem Arm finden, geraten sie in ein Detektivabenteuer voller Nervenkitzel und Gefahr. Bei ihren Ermittlungen stoßen die vier auf ein unglaubliches Verbrechen, in das einige dubiose Hotelgäste verwickelt zu sein scheinen … Abenteuerlicher Auftakt der hochspannenden Detektivreihe des norwegischen Bestsellerautors Jørn Lier Horst.

ISBN: 978-3-7512-0600-6

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How to do nothing with nobody all alone by yourself von Robert Paul Smith

Empfehlung von Margret Engst

„Eigentlich ist es pure Nostalgie. Dieses Buch ist über ein halbes Jahrhundert alt und soll Kinder anleiten, mit einfachen Dingen, die in jedem Haus und Garten vorhanden sind, zu spielen und zu basteln. Die Kinder werden direkt angesprochen und sollen all diese Dinge tatsächlich alleine, ohne Eltern, machen. Ich lese so etwas sehr gerne in dem Wissen, dass ich es nie nachmache, einfach zum Spaß. Und dieses Buch bietet tatsächlich viel Neues und Interessantes. Vor allem zeigt es auch, wie Kinder „früher“ (in den 50er Jahren) ihre Zeit verbracht haben. Ich kenne kein Kind oder Jugendlichen, der dieses Buch lesen würde, aber mir hat es sehr viel Spaß gemacht.“

Vom Buchrücken: „Wer nichts tun kann, ganz für sich selbst, der ist begabt fürs Leben.“ Eine Entdeckung für unsere erschöpfte Gegenwart: Natürlich kann man leben ohne Smartphone und Hetze. Das weiß, wer jemals ein Kind spielen sah – tagelang fantastisch versunken mit einer einzelnen Kastanie oder einem selbstgemachten Papierflieger. Robert Paul Smiths legendärer US-Bestseller ist über ein halbes Jahrhundert alt und wie für heute geschrieben. Er ist eine so warmherzige wie heilsame Einladung, anders mit der eigenen Lebenszeit umzugehen.

ISBN: 978-3-446-28321-3

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Rauhnächte von Ellen Sandberg

Empfehlung von Anna Zehetmeier

„„Rauhnächte“ von Ellen Sandberg lebt vor allem von seiner dunklen, winterlich-mystischen Stimmung. In den sagenumwobenen Tagen zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag entdeckt die 22-jährige Pia zufällig, dass sie adoptiert wurde. Auf der Suche nach ihrer Herkunft reist sie nach Wasserburg am Inn, wo alte Bräuche, Maskenläufe und der regionale Aberglaube die Zeit zwischen den Jahren prägen. Die Rauhnächte, in denen die Grenze zur Anderswelt besonders dünn sein soll, bilden eine unheimliche Kulisse für Pias Nachforschungen. Ellen Sandberg verwebt Gegenwart und Vergangenheit zu einer Geschichte voller Andeutungen, Schweigen und verborgener Wahrheiten. Die Mystik der Rauhnächte, durchzogen von Märchen, Sagen und archaischen Ritualen, verleiht dem Buch eine besondere Tiefe und einen konstanten, leisen Grusel. Die Spannung wächst dabei nicht durch Tempo, sondern durch Atmosphäre – bis sich die Schatten der Vergangenheit bedrohlich verdichten. „Rauhnächte“ ist ein eindringliches Buch für lange Winternächte, das zeigt, wie nah sich Aberglaube, Angst und Wirklichkeit kommen können.“

Vom Buchrücken: Sie darf das nie erfahren. Du hast es mir versprochen. Als die 22-jährige Pia ausgerechnet an Weihnachten erfährt, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, bricht ihre bis dahin gekannte Welt zusammen. Schon immer fühlte sie sich seltsam fremd, als ob ein Tabu sie umgibt. Auf der Suche nach Antworten fährt Pia nach Wasserburg am Inn, dem Heimatort ihrer leiblichen Mutter. Der Raureif hängt tief in den winterlichen Inn-Auen, und durch das mittelalterliche Städtchen tanzen schaurige Gestalten, die nach altem Brauch die Geister vertreiben sollen. In den Rauhnächten, so sagt man, drängen alte Geheimnisse wieder ans Licht. Und je näher Pia der Wahrheit über ihre Mutter kommt, desto enger ziehen die Geister der Vergangenheit ihre Kreise um sie. Bis Pia in tödlicher Gefahr schwebt. Dunkle Geheimnisse und eine Familie am Abgrund. Ein neuer fesselnder Roman voller atmosphärischer Spannung von der Spiegel-Bestsellerautorin.

ISBN: 978-3-328-60437-2

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Tausend kleine Freuden von Nigel Slater

Empfehlung von Margret Engst

„„Neben meinen Küchenzeichnungen – in denen ich verzeichne, was ich koche und esse – führe ich Notizbücher. Sie enthalten Einzelheiten eines Lebens, das sich vor allem in der Küche abspielt, erzählen aber auch von Zeiten im Garten, im Zug oder im Flugzeug, vom Leben zu Hause und in der Ferne… Jede Notiz ist eine Erinnerung.“ Und aus diesen Erinnerungen lässt uns Nigel Slater teilhaben. Das sind kurze Passagen, meistens nicht länger als zwei Seiten, die vom Besuch einer Imbissbude in Japan, dem Spaziergang durch einen Garten, dem Frühstück in einer japanischen Pension oder dem Einkochen von Marmelade handeln. Nigel Slater erzählt so bildhaft, poetisch und kunstvoll, man kann das Essen fast riechen und auf der Zunge schmecken. Ein wunderbares Buch, sehr vergnüglich.“

Mehr zum Buch: Nigel Slater ist einer der angesehensten britischen Food-Journalisten. Er hat über 30 Jahre lang jede Woche eine Kolumne über seine Rezepte und seinen Garten für den Observer geschrieben, seine Memoiren wurden verfilmt und seine Kochbücher sind preisgekrönt. Slaters größtes Talent ist es, den Zauber im Gewöhnlichen zu finden, seine Prosa ist mühelos, voller Herz, Zärtlichkeit und Humor.Seine Erzählungen in diesem Buch feiern die alltäglichen Freuden, die oft übersehen werden. Er hält Erinnerungen fest, die von Erlebnissen in der Küche über Beobachtungen im Garten bis zu Reisen in ferne Länder reichen. Es sind flüchtige Momentaufnahmen, die das Leben in all seinen Facetten einfangen: der Genuss einer reifen Mango im Regen oder der Duft von Weihrauch in einem Tempel. Seine Geschichten laden dazu ein, innezuhalten und die kleinen, goldenen Augenblicke zu schätzen, die das Leben bereichern. In einer Welt voller Herausforderungen bieten sie Trost und Inspiration, die guten Dinge zu suchen und zu feiern.

ISBN: 978-3-7558-2019-2

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Das erstaunliche Leben des A.J. Fikry von Gabrielle Zevin

Empfehlung von Anna Zehetmeier

„„Das erstaunliche Leben des A. J. Fikry“ von Gabrielle Zevin ist eine Liebeserklärung an das Lesen, an Bücher – und an die Menschen, die durch sie zueinanderfinden. A. J. Fikry ist Inhaber einer kleinen Buchhandlung auf einer Insel und hat sich nach einem schweren Verlust von der Welt zurückgezogen. Verbittert, einsam und voller Trauer begegnet er seinem Leben zunächst mit Ablehnung. Doch eine unerwartete Wendung zwingt ihn, sich wieder zu öffnen. Gabrielle Zevin erzählt diese Geschichte mit viel Wärme, feinem Humor und großer Menschenkenntnis. Besonders schön ist, wie Literatur hier nicht nur Thema, sondern verbindendes Element ist: Bücher trösten, verändern, bringen Menschen zusammen und eröffnen neue Wege. Die kurzen Kapitel, oft eingeleitet durch literarische Anspielungen, machen das Lesen leicht und zugleich tiefgründig. „Das erstaunliche Leben des A. J. Fikry“ ist ein stilles, lebenskluges Buch über Verlust und Neubeginn, über Liebe in ihren unterschiedlichen Formen und über die Hoffnung, dass sich das Leben – manchmal ganz unverhofft – wieder zum Guten wenden kann.“

Vom Buchrücken: Kein Mensch ist eine Insel, jedes Buch ist eine Welt. A. J. Fikry, Inhaber der einzigen Buchhandlung auf Alice Island, steckt in einer tiefen Krise. Seit dem tragischen Unfalltod seiner Frau zieht er sich vollkommen zurück, der Laden dümpelt vor sich hin, und dann wird ihm auch noch eine seltene Erstausgabe von Edgar Allan Poe gestohlen, deren Erlös ihm einen frühzeitigen Ruhestand sichern sollte. Doch eines Tages macht A. J. eine überraschende Entdeckung, die sein Leben völlig auf den Kopf stellt – und ihn die Welt noch einmal mit neuen Augen sehen lässt. So humorvoll wie lebensklug: eine unvergessliche Geschichte über Neuanfänge, die Liebe und eine Hommage an die Kraft der Literatur.

ISBN: 978-3-8479-0226-3

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See you later von Alan Bennett

Empfehlung von Margret Engst

„Schwarzer britischer Humor! Alan Bennett ist bekannt für ungewöhnliche Geschichten über seine britischen Landsleute bis zur Queen. Aber die Bewohner dieses Seniorenheims und auch das Pflegepersonal sind schon sehr skurril. Jeder hat seine Macken oder ist auf dem Weg in die Demenz. Und dann kommt auch noch Corona. Eine sehr humorvolle, aber oft auch liebevolle Sicht auf das Leben in einem Seniorenheim.“

Vom Buchrücken: Die Seniorenresidenz Hill Topp hat wahnsinnig viel zu bieten: einmal die Woche trockenen Sherry, Ausflüge zum Flamingo auf den lokalen Bauernhof und einen Hausmeister, der nicht nur Fenster putzt, sondern auch sexuelle Dienste für alle Geschlechter anbietet. Zähne, Perücken und Gesprächsfäden gehen regelmäßig verloren oder werden in wilde Tauschgeschäfte verwickelt. Dann greift plötzlich das Coronavirus um sich und befördert als Erstes das Personal ins Krankenhaus. Im unbeaufsichtigten Domizil bricht die Anarchie aus – und wenn es die Arthritis zulässt, wird heftig gehüpft und so manches Freudenfeuer entzündet…

ISBN: 978-3-8031-1388-7

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We burn Daylight von Bret Anthony Johnston

Empfehlung von Anna Zehetmeier

„Dieses Buch hat mich sehr beschäftigt. „We Burn Daylight“ erzählt von Jaye, die mit ihrer Mutter nach Waco, Texas, zieht, um sich einer religiösen Gemeinschaft anzuschließen. Deren Anführer ist charismatisch, gefährlich und hält sich für den neuen Messias. Jaye lebt in dieser abgeschotteten Welt voller Zweifel und innerem Widerstand. Als sie Roy kennenlernt, den Sohn des örtlichen Sheriffs, entsteht eine leise, intensive Liebesgeschichte – doch Roy weiß nichts von Jayes Leben in der Sekte. Genau daraus entwickelt sich eine stetig wachsende Spannung. Der Roman basiert auf den realen Ereignissen rund um die Belagerung der Branch Davidians in den 1990er-Jahren und verbindet diese mit einer sehr persönlichen Geschichte über Zugehörigkeit, Manipulation, Glauben und den Mut zur inneren Befreiung. Besonders eindrucksvoll ist die Erzählweise: Die Stimmen von Jaye und Roy werden immer wieder durch Interviewpassagen ergänzt, die neue Perspektiven eröffnen und die Spannung weiter steigern. „We Burn Daylight“ ist kein leichtes, aber ein sehr eindringliches Buch – erschütternd, zärtlich und lange nachwirkend.“

Vom Buchrücken: Was würdest du opfern für den Menschen, den du liebst? Jaye und ihre Mutter machen sich auf nach Waco, Texas, um sich der Glaubensgemeinde des charismatischen und gefährlichen Anführers Lamb anzuschließen. Dort angekommen lernt Jaye Roy kennen, den Sohn des Sheriffs, und die beiden Teenager spüren eine nie gekannte Verbindung. Roy ahnt nicht, dass Jaye auf der Ranch des religiösen Fanatikers lebt, der sich für den neuen Messias hält und die Behörden in Atem hält. Was geht innerhalb der zurückgezogen lebenden Sekte vor sich? We Burn Daylight ist eine zeitlose Auseinandersetzung mit Gewalt und Religion, dem Wunsch nach Zugehörigkeit und dem Drang, sich freizukämpfen. Die einfühlsam erzählte, zarte Liebesgeschichte zwischen Jaye und Roy führt zu den drängenden politischen Fragen unserer Gegenwart.

ISBN: 978-3-406-83692-3

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